2013: Campingurlaub in Italien

italia_2013

Anfang Juni: 10,5 Tage Urlaub. Ein halber Tag, um alles zu packen und nach Frankfurt aufs Depeche Mode Konzert zu fahren! Ein gelungener Start in den Sommerurlaub.
Am Donnerstag, dem 6.6. ging es dann los. Wir hatten nur grobe Ziele anvisiert: Verwandte in Südtirol besuchen, Manarola bei La-Spezia wegen der tollen Kulisse, die wir auf Bildern gesehen hatten, und Savona, wo ich einen Nachmittag verbracht hatte, als wir vor Jahren mal auf die Fähre nach Korsika gewartet haben.
Es ging also los. A5 Richtung Süden.
Die Vignetten für Österreich (10 Tage) und die Schweiz hatte ich einige Tage zuvor beim ADAC in Karlsruhe gekauft. Wir entschieden uns lieber, den Gotthard zu überqueren, als zu durchfahren. Wenn man tagsüber fährt und keinen Zeitdruck hat, ist dies eindeutig die angenehmere Strecke. Das war der erste Sommerurlaub für mich, den ich bereits am ersten Tag im Schnee verbrachte. Natürlich waren die Straßen frei. Aber die Luft, der Schnee und der Ausblick waren den Umweg auf jedenfall wert.

im_schnee

Als ersten Halt wählten wir uns einen Campingplatz am Luganer See aus. Zügig bauten wir das erste mal unser Lager auf. Zelt, Tisch, Stühle, Campingküche. Es folgte ein Spaziergang über das Gelände. Direkt am See setzten wir uns in die Sonne und lasen in unseren Büchern.
Nach dem ersten Abendessen packten wir alles, was wir nicht mehr benötigten schon ins Auto. Am angrenzenden Berg quollen schon dunkle Gewitterwolken über den Kamm. Gerade, als wir mit allem fertig waren, fing es an zu regnen. Blitz und Donner ließen auch nicht langz auf sich warten – aber wir lagen im Zelt, lasen und hörten Musik, bis wir ziemlich bald einschliefen.

Am nächsten Tag ging es weiter an die italienische Küste. Wir hielten uns in westlicher Richtung, fuhren an Savona vorbei und dort von der Autobahn ab. Dann ging es direkt an der Küstenstraße entlang. Wir entschieden uns für einen Campingplatz in Pietra Ligure. Als wir dort ankamen, war die Rezeption geschlossen. Wir tranken am Kiosk vor Ort einen Capucchino und warteten auf das Ende der Siesta ;o)
Der Campingplatz liegt ca 15 Gehminuten vom Ortskern entfernt. Man erreicht somit alles gemütlich zu Fuss. Der Campingplatz selbst beherbergt viele Dauercamper. Die Plätze sind terassenförmig angeordnet und die Gassen verwinkelt. In der ersten Nacht sah ich das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit Glühwürmchen.  🙂 Leider gab es auch einige Schnaken. Mit dem richtigen Mückenschutz war dies aber wirklich erträglich.

Von Pietra Ligure unternahmen wir kleine Touren an der Küste entlang Richtung Imperia und nach Savona.

pietra_ligure

Nach drei Nächten verstauten wir unser Hab und Gut wieder im Auto und brachen gen Cinque Terre auf.
Wir waren zuvor über eine Facebook-Gruppe auf Manarola aufmerksam geworden (www.facebook.com/placestosee). Wegen der Bilder im Netz wollten wir uns das selbst anschauen.

manarola
Cinque Terre wird ein verbund aus fünf kleinen, jeweils auf Fels gebauten Ortschaften genannt, die direkt vor La-Spezia liegen.
Wir wählten einen Campingplatz nahe eines Flusslaufes aus, ca 3km von der Küste von Deiva Marina entfernt. Dieser Campingplatz war für Wohnwagen und Wohnmobile bereits ausgebucht. Weiter oben gab es aber Zeltplätze, die auch hier terassenförmig angeordnet waren. Die Dame an der Rezeption lief mit uns bis zu den Zeltplätzen, zeigte uns die wichtigen Örtlichkeiten wie Toiletten, Duschen und den Kiosk. Wir sollten uns in Ruhe umschauen und uns dann mit der Platznummer unserer Wahl bei ihr melden.
deiva_marina_zeltplatz
deiva_marina_terassen
camping_speisen

Vom Eingang des Campingplatzes aus fuhr in regelmäßigen Abständen ein Shuttle bis an den Bahnhof von Deiva Marina. Von dort gelangt man mit dem Zug bis Genua in die eine Richtung und über die Cinque-Terre-Ortschaften nach La-Spezia in die andere Richtung. Diese Gegend bietet viele Wanderstrecken an. Wir haben uns aber an die Ortschaften gehalten – für beides sind zehn Tage an vier Campingplätzen einfach zu wenig Zeit. Für das Areal Cinque Terre empfiehlt sich der Besuch per Bahn. Im vergangenen Herbst gab es mehrere Beben, die für Erdrutsche an unterschiedlichen Stellen sorgten. So ist der “via dell`Amore” nicht begehbar und die Ortschaften per Auto nicht zu erreichen. Auch sind nur Monterosso, Vernazza und Corniglia für Fußgänger auf dem bekannten Wanderweg erreichbar. Riomaggiore und Manarola erreicht man nur mit dem Zug.
Die Ortschaften nördlich von Deiva Marina sind z.T. nur durch einen einspurigen Tunnel erreichbar. Hier wartet man also gerne mal 15 min auf eine grüne Ampel, weil zuvor der Gegenverkehr Vorfahrt hat. Es gibt dort auch zwei Campingplätze, die ziemlich nahe am Meer liegen. Für die ganze Region gilt: Anschauen lohnt sich.
Von Deiva Marina aus unternahmen wir Ausflüge nach Genua, nach Moneglia und fuhren von Levanto aus mit dem Zug nach Monterosso. Von dort aus nahmen wir den Wanderweg an der Küste entlang. Es ging an Hängen entlang, über Bäche, an Weinstöcken vorbei. Im Hafen von Vernazza machten wir Rast und fuhren im Anschluss nach Manarola. Hätten wir zuvor gewusst, dass auch die Straßen zu den Ortschaften für Autos gesperrt sind, hätten wir uns zwei Stunden Fahrt erspart. So fiel die “Cinque-Terre-Tour” leider zu kurz aus.
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Als wir nach vier Tagen den Camping Platz in Deiva Marina verließen, ging es über La-Spezia nördlich nach Süd-Tirol. In La-Spezia selbst trafen wir in der Nähe des Hafens auf einen Markt. Dort schlenderten wir noch entlang, bevor es dann auf die Autobahn ging. Die Autostrada nach Norden ist im Gegensatz zu der an der Küste fast tunnelfrei. Gegen 18 Uhr kamen wir in Seifers am Campingplatz Steiner an. Wir hatten an diesem Tag von mindestens 3 Telefonzellen versucht, uns mit Uhrzeit anzukündigen (bei der Verwandtschaft), hatten aber ausschließlich defekte Telefonzellen erwischt. Erst auf dem Campingplatz in Deiva Marina, dann in La-Spezia und selbst auf dem Rastplatz war der Fernsprecher außer Betrieb. Ein Tankstellenwart hatte mich dennoch kurz telefonieren lassen 🙂
leifers_camping
Wir bauten rasch unser Lager auf und besuchten dann Onkel und Tante. Eigentlich wollten wir nur den einen Abend bleiben – aber die Einladung zum Grillen auf eine Hütte in ca 1400m Höhe konnten wir dann doch nicht abschlagen. Das wurde dann auch zum Highlight des Südtirol-Besuches. Erst ein gemütliches Beisammensein mit leckerem Essen, danach die Seilbahnfahrt bis auf 2100m auf dem Urlesteig – als wir abends an unser Zelt kamen, schliefen wir recht rasch ein. Soviel frische Luft war dann wohl zuviel 😉

suedtirol

Am Sonntag brachen wir dann Richtung Heimat auf. Uns war statt der Brennerautobahn der Weg über den Reschenpass empfohlen worden. Am Reschensee ragt als Mahnmal für die Zwangsumsiedelung eines ganzen Dorfes der Kirchturm am ehemaligen Standort des Dorfes, das geflutet wurde, aus dem Wasser.
Dort legten wir natürlich eine Pause ein, liefen um den Kirchturm herum und machten Fotos.
Auch dort gab es Kies statt Sand. Ich erinnerte mich an die Wanderwege, die ich in Spanien und Italien gesehen hatte. Die Bedeutung der aufgeschichteten Steine habe ich nicht erfragt oder nachgelesen. Ich interpretiere dies aber als Gruß von Wanderer an Wanderer – mit Segenswünschen auf dem Weg, der war und der noch kommt.
reschen_segensgruss
Am Seeufer fand ich eine Kreditkarte. Wir fragten bei einigen der Reisegruppen, die noch vor Ort waren, ob eine Person mit diesem Namen dazu gehöre. Als dem nicht so war, teilten wir die Karte und warfen die Einzelteile in verschiedene Mülleimer.  Nur, wenn a) die Kreditkartennummer nicht mehr vollständig und b) die vollständige Nummer nicht mehr mit dem Prüfziffer auf der Rückseite in Verbindung gebracht werden kann und c) die Karte nicht mehr am Stück ist, kann auch kein Missbrauch geschehen. Da es unwahrscheinlich ist, dass ein Tourist (Franzose) auf der Durchreise wieder zurückfährt, ist dies wohl die sicherste Handhabe gewesen. Also: Passt gut auf Eure Karten auf!
Gerade im Urlaub ist das mehr als ärgerlich.
Es gibt mehrere Wege, von Südtirol nach Deutschland zu kommen. Es geht an dieser Stelle am schnellsten durch Österreich. In Österreich herrscht die Vignettenpflicht auf Autobahnen – und man gelangt leicht auf die Autobahn, an deren Auffahrt dann auch immer kontrolliert wird – also Acht geben, oder lieber zuvor schon eine Vignette erwerben. Das erspart Ärger 😉

Nun ging es weiter nach Deutschland – über Imst, viel weiter, an Ulm vorbei. Auf der Höhe von Pforzheim meldeten sich die Bremsen. Gerade spät genug, um den Urlaub noch ohne Sorgen ausklingen zu lassen.
Das waren knappe 11 Tage, über 2000 km Fahrt – Schnee, Sonne, Gewitter, Wind, Wolken, Meer, Berge und jede Menge schöne Bilder und Erinnerungen.
Jeder Ort, an dem wir übernachtet haben, ist für sich schon eine Reise wert.
Und jede Reise ist anders!

Andrea Brecht [Sommer Kind]

Equipment:
2-Personen Zelt
3x3m Faltpavillon
2 Klappstühle
1 Campingtisch
Wäscheleine
2-Flammen-Gaskocher
Grill
Iphone mit Navigationssoftware mit Offline-Karte D/A/CH/Italien/
ADAC-Campingführer (offline) inkl. Adressübername ins Navi
Ballistol Stichfrei

Camping-Plätze:
– Camping Monte Generoso am Luganer See – www.montegeneroso.ch
– Camping dei Fiori in Pietra Ligure – www.campingdeifiori.it
– Camping la Sfinge in Deiva Marina – www.campinglasfinge.com
– Camping Steiner in Leifers (Bozen) – www.campingsteiner.com