Sep 9 2014

Petition und Aktionen [bespitzeln]

Es gibt ja durchaus gute Aktionen und Petitionen im Netz. Natürlich ist es gut, wenn diese bekannt werden und verbreitet werden. Leicht ironisch wirken aber die “Social-Media-Zahlen” der folgenden Aktion [LINK zur Campact-Aktion]:
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Ist doch Facebook immer und immer wieder bezüglich des Datenschutzes bedenklich… Besser gesagt: Nicht Facebook ist bedenklich, sondern die Nutzung für vertrauliche und doch recht private Daten – angefangen von “Juhu, 3 Wochen Urlaub, auf gehts ans Meer.” – also die Info, dass die Wohnung unbewohnt ist, über Wohnungsort, Familienbilder, usw.

Wenn hier also ein Slogan wie “Wir lassen uns nicht länger bespitzeln” für Unterstützer werben soll und Facebook das Medium #1 ist – nach Email selbstverständlich, klingt da doch etwas Ironie mit durch.

Allerdings könnte man die Zahlen auch anders auslegen: Gerade auf Facebook ist ein “sensibel machen für den Umgang mit sensiblen Daten” wichtig. Denn so ist es nunmal. Die Auswirkungen, die ein einfaches Beobachten der öffentlich zugänglichen Daten oder auch der “mit dem Freundeskreis”-geteilten Daten, mit sich ziehen können, sind gravierend. Solange Dir niemand etwas böses will, merkst Du vielleicht gar nichts davon… Aber WENN… dann ist es zeit- und nervenraubend, das, was womöglich angerichtet wurde,  wieder auszubügeln.
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Wir hatten da vor einer Weile ein recht Interessantes Gespräch: Es ging darum, wie PCs infiziert werden könnten. Thematisch fing es bei recht einfachen Tatsachen wie Phishing-eMails an, ging über Plug-Ins für Software, die oft von Anti-Viren-Software angemahnt werden, weil es ja potentielle Schadsoftware ist, die man dort installiert bis über gecrackte Betriebssyssteme wie Windows, bei deren Installation man sich ja schon ein möglicherweise infiltriertes System installiert. Auf die Aussage “Du nutzt NATÜRLICH eine gekaufte Windows-Lizenz und keinen Crack” wurden die Augen unseres Gegenübers immer größer, weil ihm erst jetzt bewusst wurde, wie sicher wir uns beim einfachen Nutzen eines PCs fühlen, weil Windows für die meisten doch die gewohnte Umgebung darstellt. Dass man sich hier schon ganz selbstverständlich auf illegale Pfade begibt und dennoch erwartet sicher zu sein, zeigt einmal mehr auf, wie wenig ausgeprägt das Sicherheitsbewusstsein ist. Und ich bezweifel, dass unser Gegenüber da die Ausnahme bildet.

Deshalb: Wichtiger, als den Datenschutz anzuprangern ist meiner Meinung nach, das Sicherheitsbewusstsein bzw. den Umgang mit sensiblen Daten zu schulen.